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Universe Me

Von Würzburg nach Berlin

Man nehme vier gestandenen Jungs aus Würzburg, gebe jedem ein Instrument in die Hand, stelle Mikrophone auf und et voilà: (nachdem sie sich etwas ausgetobt haben) Es  kommt die erste EP zum Vorschein. „Hope“ heißt sie - und gehofft werden darf auf den Auftritt am 24. März in Berlin – versteh nicht was du meinst. „Aftershowparty“ heißt die Veranstaltung, die die Jungs gerne rocken möchten um außerhalb der fränkischen Gefilde zu Recht auf sich aufmerksam zu machen. Die Band besteht aus Johannes am Schlagzeug, Eduart am Bass, Dominik an der Gitarre und Oliver, der sich um Klavier, zweite Gitarre und Gesang kümmert. Am 5.3. ist ab 20 Uhr auf dem Boot, große Feierei an gesagt, denn die Jungs spielen Ihren entscheidenden Gig um den Auftritt  bei der Echo Verleihung. Von 21-22 Uhr wird dieser Auftritt live im TV übertragen, was heißt: Auf geht´s : Würzburg ab aufs Boot! Denn „Universe Me“ möchte Deutschland zeigen, dass sich Würzburg nicht verstecken muss. Als kleines Schmankerl gibt es für ersten 20 Gäste ein Freibier. FRIZZ Das Magazin war im Proberaum und hat mit der Band gesprochen.

 

 

Wie kamt ihr zur Musik?

 

(Eduart:) Musik ist für uns alle sehr wichtig und das von Kindes Beinen an. Teils haben wir seit dem zarten Alter von drei Jahren eine Klampfe in der Hand, teils kam in der „Jugend“ irgendwann der Wunsch auf Musik zu machen. Man fängt an und kommt nicht mehr davon los. Es ist ein großes philosophisches Rätsel woher die Motive unseres Handelns kommen, ich habe mir irgendwann gedacht, Rockstar werden wäre schon dufte (lacht). Also habe ich mir einen Bass gekauft und Mitstreiter gesucht. 

(Oliver:) Man wächst mit Musik auf und hat seine Vorbilder. Bands die einen sehr beeindrucken, wecken die Lust auch selbst Musik zu machen. Man sucht sich Gleichgesinnte und klimpert drauf los. Man entdeckt beeindruckende Dinge und steigert sich immer mehr rein. Es wird zum Teil des Alltags - ein Teil des Lebens. Ich denke irgendetwas muss aus uns raus.

 

Ihr studiert neben eurer Musik. Das verlangt ein gutes Zeitmanagement, gerade in den letzten Monaten. Bekommt ihr beides unter einen Hut, oder gibt es des Öfteren Stress?


(Oliver:) Teilweise ist es sehr aufwendig, vor allem seit ich im Saarland studiere. Aber wir geben unser Bestes und beschränken unsere Proben auf das Nötigste. Das klappt auch sehr gut, da jeder seinen Platz kennt und diesen perfekt ausfüllt. Wenn wir uns treffen vergeuden wir wenig Zeit, sondern proben direkt, bis alles sitzt. Meistens schicke ich den anderen neue Songs und erkläre wie ich mir was gedacht habe. Da wir ein eingespieltes Team sind und jeder gut auf den anderen reagiert, sparen wir uns die Einspielphase.

(Eduart:) Während der Prüfungsphase ist es zum Teil etwas schwierig, da eine Band nicht nur aus proben und Musik machen besteht. Organisatorische Dinge wie Booking, Homepage und vieles mehr kosten viel Zeit. Kürzlich haben wir eine Fernsehdokumentation für den Echo gedreht, das nimmt einiges an Zeit und Energie in Anspruch. Wir arbeiten sehr zielstrebig und bekommen so alles gut gehandelt.

(Dominik:) Unser Trick ist die Aufgabenverteilung und der rege Emai- bzw. Telefonkontakt unter der Woche. Jeder hat einen Bereich um den er sich kümmert. Ich bin beispielsweiße für alles rund ums Design zuständig. Da wir uns gut kennen, weiß ich in etwa wie sich die anderen Cover, Plakate oder Flyer vorstellen. Nach einer Konzeption stelle ich meine Arbeit vor und bis her hat alle gut geklappt (lacht).

(Eduart:) Wir sehen uns als Unternehmen „Band“. Dieses besteht eben nicht nur aus Songwriting, sondern zu einem sehr großen Teil aus Management. Wir versuchen so wenig wie möglich aus der Hand zu geben, da das zum Einen Geld kostet, zum Anderen auch nicht immer die Ergebnisse liefert, die man gerne hätte.

 

Eure Melodien sind extrem fesselnd, eure Texte sehr tiefgründig. Wer ist der kreative Kopf hinter „Universe Me“ und wie schreibt bzw. konzipiert ihr die Lieder?

 

(Oliver:) Die Lieder schreibe ich. Für gewöhnlich hab eich eine Idee und plane diese komplett durch. Ich weiß was ich haben will und spiele alle Instrumente ein. Natürlich gibt es dabei offene Spuren und Parts die man zusammen erarbeitet. Aber Bass und Schlagzeug stehen meistens. Letzten Endes darf jeder seinen Senf dazu geben (lacht). Summa summarum spart das eine Menge Zeit und funktioniert sehr gut. Ich habe das große Glück mit Köpfen zusammen zu spielen, die genau wissen was ich hören will und was passt.

(Eduart:) Das Konzept klappt sehr gut. Bei der Singleauskopplung „Hold U“ haben wir sehr lange herumgedockert. Es gibt quasi eine alte und eine neue Fassung. Das Ziel war bei diesem Song eine Radiotauglichkeit zu erreichen, die mit anderen Titeln in den Charts mithalten kann und an keiner Stelle „langweilig“ wird oder abflacht. Es wird sicher einige geben, die die erste Version besser finden.

(Oliver:) Wir empfehlen natürlich allen unsere EP zu kaufen, denn dort haben wir als Special die erste Version raufgepackt.

 

Als ich eure Musik zum ersten Mal gehört habe, dachte ich sofort an etwas wie Oasis, ein wenig Muse, mit einer Mischung aus der Emotionalität von Bright Eyes und dem Charme englischer Rockbands. Wer sind eure Einflüsse?  

 

(Oliver:) Das ist sehr schwierig. Erst einmal danke für das Kompliment. Jeder von uns hört „andere“ Musik, oder hat zumindest eigene Schwerpunkte. Im Kerne haben wir natürlich unsere Basics, die wir alle gerne hören. Ein gemeinsamer Nenner gehört natürlich auch dazu wenn man zusammen Musik machen möchte. Einflüsse gibt es, wie zum Beispiel Coldplay, Pink Floyd, Queen, Oasis, Muse, oder Metallica. Wir wurden auch schon mit den Babyshambles verglichen. Hinzu kommt, dass es sich immer um Phasen handelt. In der letzten Zeit habe ich viel Foo Fighters gehört. Ohne viel Show auf der Bühne zaubern die Jungs einen minimalistischen aber sehr kraftvollen Sound. Das hat mich beeindruckt und natürlich verarbeitet man die ständigen Einflüsse. Man entwickelt sich immer weiter und lernt dazu - und man kann die Musik nicht neu empfinden.

 

Ihr habt schon auf Charity-Veranstaltungen gespielt und nehmt unter anderem Stellung zu Menschenrechten. Was wollt ihr mit eurer Musik ausdrücken bzw. erreichen?

 

(Eduart:) Unsterblichkeit (lacht).

(Oliver:) Wir mögen es, wenn die Leute über unsere Songs nachdenken. In jedem Titel steckt eine Botschaft. Wir wollen natürlich niemanden umerziehen, oder zu irgendetwas zwingen. Ich mag es nicht, wenn mir jemand versucht etwas vorzuschreiben, aber es ist gut, wenn man auf schlechte Dinge wie Krieg, Hunger und Leid hingewiesen wird. Das Ziel ist aber nicht jedem einzutrichtern „ihr müsst alle Blechdosen abgeben, sonst geht die Welt unter“. Letzten Endes darf es auch etwas sehr banales wie Liebe sein. Denn gerade bei den Grundgefühlen, die jeder Mensch hat, egal woher er kommt und welche Vergangenheit er hat, ist es sehr spannend. Schließlich gibt es seit Anbeginn der Zeit gewisse Themen die immer da sind - und immer da sein werden.

 

Auf eurer Homepage wird eure Musik als „Pop-Rock-Hymnen“ bezeichnet. Laut einer Definition ist „Pop-Musik“ populäre Musik, die der breiten Masse zusagt. Wenn man sich jedoch eure Lieder anhört, merkt man schnell, dass es sich nicht um kommerziellen Mainstream handelt. Was ist für euch Pop-Musik und wie würdet ihr eure Musik beschreiben?

 

(Dominik:) Wir sind keine Individualisten, das Vorweg. In unserer Musik ist ein gewisser Grundstil enthalten, aber wir decken ein sehr breites Spektrum ab, von ruhigen Akustik-Stücken, bis hin zu Rock. Das macht das POPuläre aus. (Eduart:) Es ist eigentlich nur eine Marke, die du deinem Produkt verleihst. Wenn man in ein Museum geht überlegt man vorher auch ob man sich Impressionismus anschaut, oder moderne abstrakte Kunst. Die Menschen brauchen und wollen eine „Orientierungshilfe“. Woher soll man sonst wissen welche Musik man kauft oder was für eine Art von Konzert man besucht. So weiß man in etwa woran man ist.

(Oliver:) Wir haben uns den Stempel „Pop-Rock“ nicht selbst verlieren. Leute die uns gehört haben, betiteln unsere Musik so. Die Frage ist, wenn wir nicht „Pop-Rock“ sind, was sind wir sonst? Wir machen kein Metall, kein Hip Hop, sind keine Indie Band. Ich denke facettenreicher Pop-Rock trifft es ganz gut.

 

Ihr spielt vielleicht auf der Aftershowparty der Echo-Verleihung am 24.3. in Berlin. Was geht in euch vor, wenn ihr daran denkt vor den „Stars“ live zu performen?


(Eduart:) Es wird Zeit (lacht). Ich denke wir sind auf einem guten Weg und haben Spaß bei dem was wir tun. Wir freuen uns sehr wenn es klappt und haben keine Angst auf dem roten Teppich zu stehen. Letzten Endes nehmen wir es als Chance war unsere Stellung in der Deutschen Musiklandschaft zu festigen. Vielleicht schaffen wir es ein Teil davon zu werden. Es ist ein Sprachrohr für den Markt und die Öffentlichkeit.

 

Was erwartet eure Fans am 5.3. auf dem boot?

 

Party! Ein multimediales Großevent (lachen).

 

(Oliver:) Wir freuen uns sehr in einer so fantastischen Location spielen zu können und werden das boot auf jeden Fall rocken.

(Eduart:) Es ist eine Traumlocation für uns. Wir hoffen, dass viele Würzburger kommen um uns zu unterstützen. Von 21 Uhr bis 22 Uhr wird der Gig im Livestream übertragen und wir wollen dabei zeigen, dass sich unsere Stadt nicht hinter Hamburg oder Berlin verstecken muss und dass das boot eine einzigartige Livelocation ist. Es wird auf jeden Fall richtig gefeiert und wir freuen uns auf jeden der kommt um uns und natürlich auch Würzburg zu unterstützen.

 

 

Interview: Max Schmitt

Autor: frizzwue

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