
1970 in der Bronx geboren, im Alter von 20 Jahren nach Deutschland umgesiedelt und an der HfBK in Hamburg Kunst studiert: Jacob Dove Basker alias Jake The Rapper. „Erlebe die Erlebnis - the Jake Mayhem“ – am 26.6. auch in Würzburg im Rahmen der Bodymoving-Reihe von EgoFM. Wer schon vorher wissen will, wie es ist, Jake zu sein, der kann sich unter der Homepage des Wahlberliners eine Original-Jake-Maske herunterladen. „Embrace the insanity – umarm die Wahnsinn!“
Wieso der Name Jake The Rapper?
Ich werde als Jake The Rapper gebucht, weil ich früher gerappt habe, und da komme ich einfach nicht mehr von weg und irgendwann will ich gerne auch mal wieder rappen. Daher wird das wohl immer mein Name sein, egal was ich mache.
Mit 14 Jahren hast du in einer Punk-Band gespielt, du hast mit Chad Channings und Ben Shepard zusammengearbeitet und das Freestylen hast du bei Rapper Mad Maxamom gelernt. Wie bist du letztendlich zum Auflegen gekommen?
2005 bin ich nach Berlin gezogen und wollte auch unbedingt auflegen und habe alle möglichen Leute genervt und gefragt, ob ich auflegen darf. In der Bar 25 habe ich dann letztendlich das Auflegen gelernt und 2006 konnte ich es dann (lacht).
Mittlerweile lebst du in Berlin.
Was hat Berlin, was Hamburg nicht hat und umgekehrt?
Ich empfinde immer eine Art Konkurrenz zwischen den beiden Städten, die aber von Hamburg ausgeht. Hamburg vergleicht sich gerne mit Berlin, vergleicht sich aber auch gerne mit Frankfurt oder mit Köln und hat da manchmal ein wenig Minderwertigkeitskomplexe. Berlin ist eine Stadt, die es nicht nötig, hat sich zu vergleichen. Berlin ist eher so ein Ort, wo alle einfach hinkommen, und ist immer schon ein Fluchtort für Kreative und frei denkende Menschen gewesen – und das merkt man, wenn man hier ist. Hier geht es um leben und leben lassen, und jeder kann das machen, was er will. Genau das mag ich an Berlin. Dein Tattoo auf dem Bauch ist nicht zu übersehen.
Was bedeutet der Schriftzug?
Der Schriftzug heißt Entropy und das ist das zweite Gesetz der Thermodynamik. Das ist eine der treibenden Kräfte in der Quantenphysik und eins der Hauptelemente im Universum, das alles vorantreibt. Eine sehr machtvolle Form von Energie und positivem Chaos.
Du sagst, dass man nicht einfach unpolitisch werden darf, nur weil man Hedonist ist. Wieso?
Man ist immer politisch, auch wenn man gar nicht reagiert oder keine Meinung hat, denn there is no such thing as being apolitical. Man kann gerne das Leben genießen, aber man sollte nicht so tun, als ob man allein auf der Welt ist und die eigenen Aktionen keine Konsequenzen haben.
Du bist mit Paul Snowden („Wasted German Youth“) befreundet, der unter anderem auch deine Homepage gemacht hat. Wie kam es zu eurer Zusammenarbeit?
Das ist schon einige Jahre her und seitdem ist eine Menge passiert in meinem Leben. Kennengelernt haben wir und vor circa 20 Jahren, da waren wir Mitbewohner in Hamburg. Er hat mir geholfen, in Berlin bekannt zu werden mit einer witzigen Guerilla-Marketing-Kampagne – das mit den Masken war zum Beispiel auch seine Idee. Diese Ebene war aber nicht wirklich ich, und das fand ich einerseits sehr spannend, aber andererseits auch nervig, wenn manche Leute ankamen mit Sprüchen wie: „Hey, wir finden das ganz toll was du machst, wir möchten dich gerne buchen – was machst du eigentlich?“ Da habe ich gemerkt, dass ich Nägel mit Köpfen machen muss, hab ein Label gefunden, meine Platte herausgebracht und durch die Promotion von der Platte dann Resonanz bekommen auf das, was ich tatsächlich mache – Jake legt House auf, ich bin ein House DJ…
Interview: Katharina Försch
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