
Rebecca, Janosch und Sebastian – das sind Pupkulies & Rebecca. Seit 2005 arbeiten sie daran den ungeschliffenen Charme des Songwritertums mit zeitgenössischer Clubmusik zu vereinen. Mit Erfolg! Denn nach ihrem dritten Album „Burning Boats“ sitzen schon wieder am nächsten Album. Am 7.10. sind die drei zu Gast im Tanzcafé Ludwig. FRIZZ Das Magazin hat vorab mit ihnen gesprochen:
Wie kam Pupkulies & Rebecca zustande?
Wir sind ja schon etwas länger ein Paar und haben beide schon lange parallel Musik gemacht bevor das Projekt Pupkulies & Rebecca ins Leben gerufen wurde. Irgendwann lag es dann auf der Hand etwas gemeinsam zu produzieren. Dahinter steckte kein konkreter Plan, sondern ein spontan entstandenes Projekt. Ganz nach dem Motto „Hey ich hab da ’nen Beat gemacht kannst ja mal probieren ob dir dazu was einfällt.“ So entstand der erste Track und das ging dann immer so weiter.
Hättet ihr am Anfang gedacht dass ihr mit eurer Musik so viel Erfolg habt?
Ehrlich gesagt, wenn man ein Musikprojekt anfängt dann sollte man nicht mit dem Ziel an die Sache ran gehen, dass man das jetzt für 4 Jahre machen muss und damit Erfolg hat. Wir haben damit angefangen, weil es schlicht und ergreifenden Spaß gemacht hat und immer noch Spaß macht. Dass der Erfolg nicht ausblieb, fanden wir natürlich toll, ist aber nicht unser primäres Vorhaben gewesen. Solange uns die Musik weiterhin Freude bereitet, werden wir sie auch noch weiter produzieren.
Was für Musik hätte Pupkulies gemacht wenn er nicht zum studieren nach Berlin gegangen wäre? Würden wir dann weniger Elektronisches hören?
Janosch: Vermutlich wäre es nicht so elektronisch. Ich habe am Anfang mit jemand anderem Elektro Musik gemacht. So bin ich eigentlich dazu gekommen. Berlin hat natürlich seine Färbung auf meine Produktionsweise gehabt. Früher hab ich Hip Hop gemacht und in Berlin waren dann andere Dinge interessant. Die Szene ist dort groß und sehr lebendig.
Was zog euch wieder zurück nach Würzburg?
In erster Linie unsere Familie. Würzburg ist eben unsere Heimat. Schön sind natürlich auch die kurzen Wege. Trotzdem vermisst man natürlich bestimmte Seiten an Berlin, die man hier nicht antrifft. Letzten Endes haben jedoch beide Städte ihre guten Seiten und ihre weniger guten Seiten. Deswegen kann man das eine nicht gegen das andere aufwiegen.
Wie schafft ihr es Privatem von Geschäftlichem zu trennen, oder ist das nicht nötig?
Rebecca: (lacht) Natürlich gibt es so etwas wie eine klare Rollenverteilung. Aber an sich geht das eine in das andere über. Man kann jetzt nicht sagen ‚ab jetzt sind wir nur noch das Projekt’. Dass der Haussegen schief hängt, nur weil jetzt ein Beat nicht passt oder eine Passage nicht gefällt, ist bei uns nicht der Fall. Wir würden es nicht mehr machen wenn es zu einer Belastung werden würde. In dem Fall würde aus Spaß Anstrengung werden. Das ist ja nicht Sinn der Sache. Mit der Zeit haben wir das nötige gegenseitige Vertrauen gefunden um gut zusammen arbeiten zu können.
Wie entsteht ein Song von euch? Habt ihr ein festes Konzept oder produziert ihr nach dem Prinzip „Es kommt wie’s kommen muss“
Janosch: Es gibt ziemlich viele Wege, die bei uns zum Ziel führen. Manchmal mache ich einen Beat und dann probiert sich Rebecca daran. Manchmal schreibt sie ein Lied auf Gitarre und ich probiere daraus ein Fundament zu schaffen. Dann gibt es auch wieder den Fall, dass man zusammen sitzt, Gitarre spielt und singt. Es gibt also keinen vorgefertigten Weg. Wir arbeiten sowieso am liebsten ohne Konzept (lacht).
Rebecca, wie entscheidest du, ob du einen Song auf Französisch, Englisch oder Deutsch schreibst? Hat jede Sprache für dich eine andere Bedeutung?
Ich setze mich nicht gezielt hin und sage „Jetzt schreib ich mal einen Englischen Song“. Es entwickelt sich eher intuitiv. Ich kann mich mit den verschiedenen Sprachen einfach besser ausdrücken, z.B. hat jede Sprache ja ihre eigene Tiefe und ihren eigenen Klang. Welche Sprache ich dann für einen Song verwende entwickelt sich erst im Laufe der Produktion. Es ist nichts was ich vorher schon festlege. Also auch so ein bisschen ohne Konzept (lacht).
Was liegt bei Pupkulies & Rebecca zu Hause im CD-Fach?
Oh, das könnte wohl eine etwas längere Liste werden. Feist, die wir schon genannt haben, ist eine klasse Dame. Unser Musikgeschmack umfasst aber ein noch viel breiteres Spektrum. Zum Beispiel finden wir auch einige afrikanische Musiker, wie Cesaria Evora, wahnsinnig toll. Die elektronische Szene ist natürlich ebenfalls vertreten. Dani Siciliano und Matthew Herbert, in deren Richtung unsere Musik ein bisschen geht wären dafür Beispiele. Janosch: Herbert ist der Künstler, der mir gezeigt hat, dass House-musik nicht nur langweiliges ‚BummBumm’ ist, sondern dass man damit sehr interessanten Sachen produzieren kann -Dass aus Beats ein richtiger Song werden kann. Rebecca: Ich höre auch sehr gerne einfach nur Klaviermusik wie z.B. Keith Jarrett. Die Liste der Künstler, die wir schätzen, ist verdammt lang.
Songwriting und minimal Musik – das sind 2 sehr unterschiedliche Musikstile. Spiegeln sich diese gegensätzliche Vorliebe für Musik auch in euren Charakteren wider?
Janosch: Ein bisschen schon. Wobei ich zu Hause kaum elektronische Musik höre. Abends, zum weggehen, ist es die richtige Musik aber zu Hause eher nicht. Rebecca hat weniger mit elektronischer Musik zu tun als ich. Dafür habe ich von ihr viel kennen gelernt, was ich vorher nicht kannte. Trotzdem ist es nicht so, als ob jeder für seinen Teil kämpfen müsste. Beide Geschmäcker und Einflüsse sind klar mit dabei, aber man kann nicht sagen ich bin elektronisch und sie ist akustisch.
Was machen Pupkulies & Rebecca in 10 Jahren? Wo wollt ihr als Musiker ankommen?
Rebecca: Also, ich fände es schön wenn wir in 10 Jahren noch gemeinsam Musik machen. Es gibt auf jeden Fall 2 Musikprojekte die wir in nächster Zeit in Angriff nehmen wollen. Von denen wollen wir aber noch nicht so viel verraten. Es sei nur so viel gesagt, es sind Kooperationen mit anderen Künstlern angedacht. Wir werden zusätzlich zu elektronischen Musik noch andere Facetten einbringen, Stile aus anderen Musikrichtungen, welche sich auch von der elektronischen Musik distanzieren. Ganz aktuell arbeiten wir am neuen Album. Es wäre schön, wenn das nächstes Frühjahr erscheinen würde.
Was ist euch lieber: Studioarbeit oder Liveauftritte?
Rebecca: Da gibt es kein Entweder - Oder. Die beiden Arbeitsschritte stehen mehr oder weniger nebeneinander. Im Studio stehe ich ja eher weniger. Janosch: Ich verbringe unglaublich viel Zeit im Studio. Wenn ich dort Musik mache, dann bin ich in meinem eigenen kleinen Kosmos. Das ist der Ort, an dem alles angefangen hat. Am Anfang ist man ja noch nicht aufgetreten sondern hat für sich Musik gemacht und das hat eine ganz eigene Faszination. Ich liebe diese Situation. Deswegen gehe ich unheimlich gerne ins Studio. Auftritte haben einen ganz anderen Kick. Da schwirren Energien im Raum herum und Adrenalin wird en masse ausgeschüttet. Live-Auftritte sind auch so ein gemeinsames Ding. Wir sind zu dritt auf der Bühne, Sepp kann heute leider nicht dabei sein, weil er in Berlin wohnt. Aber zu dritt auf einer Bühne stehen ist natürlich viel gruppendynamischer als alleine im Studio. Bühne und Studio sind zwei komplett unterschiedliche Welten.
Ihr spielt am 7.10 im Tanzcafé Ludwig - wird eure neue Single ICI zu hören sein oder was erwartet uns dort?
Unser Live-Programm ist dynamisch und entwickelt sich immer weiter. Man probiert vielleicht auch Sachen aus, die man noch gar nicht veröffentlicht hat. Das Publikum kann sich auf jeden Fall auf ein tanzbares Konzert einstellen. Wir spielen live eigentlich selten ruhige Lieder, von denen wir ja sehr viele auf unserem Album haben. Live sind wir dazu übergegangen die ganze Schose tanzbar zu machen. ‚Ici’ werden wir mit Sicherheit auch spielen. Ich sag mal so: Wenn die Würzburger mitmachen, dann können sie sich auf eine gute Party einstellen (lacht).
Interview: Sarah Pfister
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