
Am Mi., den 20.4., ist es soweit. Um 21 Uhr ist es im Cairo dunkel. Nebel. Dann ertönt die Stromgitarre. Es wird strahlend hell – und 206 steht auf der Bühne. So fesselnd wie ihr Opening ist auch ihr erstes Album „Republik der Heiserkeit“. Purer, leidenschaftlicher Wave-Rock. So könnte man versuchen die Jungs zu beschreiben. Denn ganz so einfach lässt sich Luftanhalten, Augenreiben, Wachwerden und Staunen nicht in Worte Fassen. Die Musiker, die alles mit ihrer Musik geradeaus auf den Punkt bringen, waren schon Support von Bands wie Turbostaat, The Kills, 1000 Robota und Inernational Noise Conspiracy. Nun ist ihr Debutalbum da und es darf gerockt werden. FRIZZ Das Magazin hat mit den drei Musikern gesprochen...
Euer Album „Republik der Heiserkeit“ strotzt vor tanzbarer Musik. Ich habe sofort an einen Mix aus Frittenbude, Sportfreunde Stiller und den frühen Easy Beats gedacht. Wer sind eure Einflüsse?
Erstmal danke für das Lob. Dem Vergleich möchten wir folgendes entgegensetzen:
2Live Crew statt Frittenbude – Surrogat statt Sportfreunde Stiller – und AC/DC statt Easy Beats.
Einflüsse sind für uns neben diesen Musikern vor allem PJ Harvey, Wire, Joy Division und TV On The Radio, Depeche Mode und Tony Allen.
Wie entstand der Albumtitel? Sind wir alle heiser, weil wir nach Veränderung schreien – uns aber niemand wahrnimmt?
So ist es. Sehr gut erkannt! In aller Kürze kann man sagen: „Republik der Heiserkeit – Winken und Lachen – Bis nichts mehr übrig bleibt.“ (aus dem Titeltrack „Republik der Heiserkeit“)
In „Kratzer to the top“ kritisiert ihr die Gesellschaft. Ihr sagt, etwas freier formuliert, dass uns gerade unsere „Macken“ menschlich machen. Welche Macken oder Manien habt ihr?
Wenn wir Macken oder Manien haben, dann das hartnäckige Eintreten für unsere Musik. Nicht-Locker-Lassen, immer alles geben und eben auch mal Kratzer davon tragen. Das hat uns geholfen mit der Band und der Platte an dem Punkt zu sein, wo wir jetzt sind. Es soll zeigen: Du kommst nicht voran ohne Spuren davon zu tragen – oder wie es der Song schon sagt: „(Mit) Kratzer to the top“.
In „Hallo Hölle“ singt ihr „Das hier ist die Stadt der Sünde...“. Welches Domizil ist für euch denn so lasterhaft?
Jedes Domizil kann die Hölle sein: Dein Kinderzimmer voller Langeweile. Der Ort, an dem dich deine Liebe verlässt – oder das Rathaus ohne Klimaanlage, in dem man mit 50 anderen Leuten in der Schlange steht, schwitzt und durchdreht...
Man erkennt viel Leidenschaft und vor allem „handgemachte“ Musik in euren Tracks. Wer ist der kreative Kopf in der Band?
Unser Sänger und Gitarrist, Timm Voelker, schreibt Texte und Grundlagen der Songs.
Aber nur durch die Energie die wir gemeinsam entwickeln, entsteht die Musik von 206. In einer Band müssen alle alles geben. Sonst funktioniert es nicht.
Eure Texte sind im Allgemeinen kritisch gehalten. Was ist das Ziel eurer Musik? Wollt ihr die Welt verändern?
In erster Linie geht’s um Rock. Wir sind keine Agitatoren oder Heilsbringer, wir stellen uns selbst und die Welt einfach in Frage und nicken nicht alles ab. Ob sich dadurch etwas verändert, entscheidet jeder, der unsere Musik hört für sich selbst. Wer sich auch einmal die unangenehmen Fragen stellt kann etwas verändern – oder wer das Gefühl eines aufrüttelnden Konzertabends mit nach Hause, auf die Arbeit oder in die Schule nimmt.
Was erwartet uns am 20.4. im Cairo?
Erst geht das Licht aus, Nebel breitet sich aus... Dann wird es hell und laut! Würzburg wird die Hölle sein!
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