Jedes Jahr untersucht die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) eine Vielzahl von Bieren auf Qualität und Geschmack. Nur die Besten des internationalen Wettbewerbs werden ausgezeichnet. Die Distelhäuser Brauerei gewann bei der DLG-Qualitätsprüfung 2010 siebenmal Gold und zweimal eine Silber-Medaille.
Wenn man wie die Distelhäuser zur Brauerei des Jahres 2009 gewählt wurde, ist der Erwartungsdruck hoch: Würden die Biere aus dem kleinen Dorf im Taubertal auch bei der jüngsten DLG-Qualitätsprüfung wieder zu den Besten zählen und bei den Medaillen kräftig abräumen? Und der harten Konkurrenz von etwa 750 Bieren aus rund 200 Brauereien in Deutschland, Schweden, den USA trotzen?
Anfang Januar erfuhren die Braumeister dann die gute Nachricht: Gleich neun DLG-Preise gehen 2010 nach Distelhausen, darunter siebenmal Gold und zweimal Silber. Zu den Bieren, die in ihrer Kategorie die höchste Punktzahl erreichten und mit Gold ausgezeichnet werden, zählen die Sorten Premium Pils, Export, Landbier, Malz, Helles und Dunkles Hefeweizen und Dinkel. Den DLG-Preis in Silber erhalten das Distelhäuser Kristallweizen und das Distelhäuser Märzen.
Das Testverfahren, das die Biere zuvor mit möglichst hoher Punktzahl bestehen müssen, ist streng: Zehn Sachverständige („Sensoriker“) untersuchen von jedem Bewerber-Bier, das nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516 gebraut sein muss, zwei unterschiedlich alte Proben: Zwischen der Frischen und der Älteren darf es keine spürbaren Abweichungen geben. Wesentliche Kriterien der Bewertung durch die Experten sind Reinheit des Geschmacks, Qualität der Bittere, Vollmundigkeit sowie Frische und Geschmackstabilität. Das Bier muss diese Stabilität zudem auch während der Lagerung unter Beweis stellen. Neben einer Blindverkostung werden die Biere in aufwändigen Laboruntersuchungen auf die Stabilität des Schaums, ihren Gehalt an Extrakt, Alkohol und Stammwürze sowie auf mögliche Trübungen und ihre Haltbarkeit getestet.
„Wir sehen die jüngste Auszeichnung durch die DLG als Bestätigung unserer Philosophie, nur beste Zutaten aus der Region für die Zubereitung unserer Biere einzusetzen und so ihre gleich bleibend hohe Qualität zu sichern“, erklärt Roland Andre, Braumeister und Geschäftsführer der Distelhäuser Brauerei. Über 98 Prozent der in der Brauerei eingesetzten Rohstoffe wie etwa Braugerste stammen aus einem Umkreis von weniger als 100 Kilometer um Distelhausen.
Die Distelhäuser Brauerei existiert seit 1876 und ist im Besitz der Familie Bauer. Mit knapp 190.000 Hektolitern Jahresausstoß und 147 Mitarbeitern gehört sie zu den Mittelständlern in der deutschen Bierlandschaft. Das Vertriebsgebiet umfasst einen geographischen Radius von rund 100 Kilometern, der Baden-Württemberg, Bayern (Franken) und Hessen tangiert. Derzeit werden in Distelhausen 17 verschiedene Biersorten nach alten Brauverfahren der Region hergestellt. Die Distelhäuser Brauerei erzielt mittlerweile eine jährliche Wertschöpfung von fast 35 Millionen Euro und erhält auf diese Weise direkt und indirekt über 570 Arbeitsplätze in der Region.
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